INVADE Neuro-Prävention

Neuro - Prävention

Das Ziel unseres Projekts Neuro-Prävention ist es, Nervenschäden früh zu erkennen, diese vorbeugend zu behandeln und dadurch die Gesundheit des Patienten zu erhalten.

Der Ausgangspunkt für das Projekt waren drei Erkenntnisse:

1. Stumme Schlaganfälle sind auch Schlaganfälle und sie sind fünfmal häufiger als bewusste!

Unser Gehirn gleicht einem riesigen Computer. Nur 20% unserer Nervenzellen steuern die von uns bewusst wahrgenommenen Prozesse wie Sprechen, Bewegen, Sehen oder Lesen. Eine größere Durchblutungsstörung (= Schlaganfall) beispielsweise im "Bewegungshirn" verursacht eine Lähmung und im "Sprachhirn" eine Sprachstörung. Solche Störungen unserer bewussten Hirnfunktionen bemerken wir meist sofort.

Man weiß allerdings, dass die Mehrzahl der Durchblutungsstörungen in Gehirnregionen stattfinden, die uns normalerweise nicht bewusst werden, man spricht hier von "stummen Schlaganfällen".

2. Ohne vorsorgende Behandlung bleibt ein Schlaganfall selten allein!

Nach einem Schlaganfall muss vorsorglich behandelt werden, um weitere Schlaganfälle zu verhindern. Das gilt auch für solche Durchblutungsstörungen, die von uns unbemerkt bleiben. Denn nach einer ersten unbemerkten Durchblutungsstörung kann die zweite auch in einem bewussten Gehirnbereich stattfinden.

3. Frühes Erkennen von stummen Schlaganfällen kann Schlimmeres verhüten!

Wenn es also gelingt, Patienten mit stummen Schlaganfällen zu erkennen und entsprechend zu behandeln, dann steigen die Chancen deutlich, schwere und zur Behinderung führende Schlaganfälle zu vermeiden.

INVADE Projekt Neuroprävention


Die erste Projektphase begann im Jahr 2010 und dauerte 2 Jahre. Im Rahmen von drei Arztterminen - zwei beim Neurologen und ein Termin zur Kernspintomographie - wurde mit höchster Genauigkeit und völlig schmerzfrei festgestellt, wie sehr die Teilnehmer gefährdet waren, einen Schlaganfall zu erleiden. Unsere Annahme, dass mindestens 10 % der Teilnehmer einen "stummen" Schlaganfall erlitten hatten ohne davon etwas bemerkt zu haben, wurde bestätigt.

Die zweite Projektphase starte im Anschluss daran und dauerte bis zum Februar 2014. Die Teilnehmer wurden in der Zeit neurologisch und neuropsychologisch anhand von validierten Test untersucht.

Studienleitung

Die wissenschaftliche Studienleitung lag bei PD Dr. med. Holger Poppert  von der Klinik für Neurologie am Klinikum rechts der Isar.  Bei INVADE ist der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des INVADE e.V. Dr. med. Hans Gnahn für das Projekt verantwortlich.